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Berufsstolz in der Pflege - Das Mutmachbuch

German Quernheim Angelika Zegelin erschien im Hogrefe Verlag 2021

Eine Rezension von Gabriele Wieser, MSc:

Lektüretipp: Das eben erschienene Buch „Berufsstolz in der Pflege - das Mutmachbuch“ transportiert gerade jetzt, wo Pflege coronabedingt als wichtiges gesellschaftliches Thema in aller Munde ist das positive Image von Betreuungs- und Pflegeberufen auf ganz besondere Weise.

Die verschiedensten Facetten ihres (Berufs)Stolzes verdeutlichen die Autor*innen mit Schlüsselwörtern wie Identität, Leidenschaft, Motivation, Mut, Bildung, Sinnhaftigkeit und Selbstwertgefühl.

Während die aktuelle Situation die Systemrelevanz von Pflegeberufen sichtbar macht, muss mit Bedauern festgestellt werden, dass nicht alle Betreuungs- und Pflegekräfte hinter ihrer Profession stehen. Selbst in der Gesellschaft und in politischen Diskussionen tauchen immer wieder Aussagen auf, wie: „Pflegen kann jede/r“, „Zum Hintern putzen, braucht man kein Diplom“. Überstunden, eine hohe Anzahl von Langzeitkrankenständen im Vergleich zu anderen Berufsgruppen und geringe Wertschätzung führen oft zum Berufsausstieg. Dieses Buch stärkt professionelle Mitarbeiter*innen in der Betreuung und Pflege und ermuntert, gegen chronische Belastungen aktiv vorzugehen und unwürdige Situationen zu ändern.

Die Grundvoraussetzung für eine positive Veränderung unseres Berufes ist eine gesellschaftliche Wertediskussion, um positive Aufmerksamkeit erreichen und skandalöse Berichterstattungen zu unterlassen. Wir brauchen Berufsverbände, Interessevertretungen und Öffentlichkeitarbeit von den Kollegen*innen aus der Basis. Wer, wenn nicht wir, die Betreuungs- und Pflegepersonen, sind die Botschafter*innen unseres Berufsstandes? Denn das Wichtigste ist, dass Sie selbst positiv über ihre Profession sprechen.

Um Verantwortung im Beruf übernehmen zu können, setzt dies eine umfangreiche, nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen fachlich fundierte Ausbildung voraus. Studierende Betreuungs- und Pflegefachpersonen gehören in den Bewohner*innen-/Klient*innen – u. Patient*innenkontakt und nicht an den Schreibtisch. Es darf nicht sein, dass nur Helferqualifikationen und Lernende vorrangig Kontakt mit den Pflegeempfänger*innen haben. Höhere Qualifikationen werden durch Weiterbildungen oder im Rahmen von Masterstudien erworben.

Die „Schüler*innenbefragung Pflege 2019“ hat ergeben, dass sich junge Menschen eine gute Bezahlung, freie Wochenenden, genügend Freizeit und die Möglichkeit eigene Ideen einzubringen, gesunde Arbeitsbedingungen, Anerkennung, eine selbstständige Arbeitsweise gute Vorgesetzte und mit modernder Technik arbeiten wünschen. Für innovative Dienstplanungen, neue Arbeitszeitmodelle und entsprechende Arbeitsbedingungen müssen z.B. Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialbereich, Krankenhäuser diese Anforderungen erfüllen um auch dem Personalmangel entgegen zu wirken.

Mit Arbeitsporträts und Berichten aus der Praxis werden Umsetzungstipps erläutert.

Die Autoren geben in diesem Buch allgemein verständliche Anweisungen und zeigen Betreuungs- und Pflegekräften auf, wie sie mehr Berufsstolz entwickeln und Freude und Empathie im Betreuungs- und Pflegeberuf erlangen oder wiederbeleben können.

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